URLAUB

 

 

IM

 

 

SÜDEN

Wenn man ein Tierfreund ist, dann stellen sich bei einem Urlaub im Süden Aufgaben, die den eigenen mitreisenden, Hund betreffen, und Aufgaben, die die Streunerpopulation, die man im Urlaubsland vorfindet, betreffen.

 

Andere Länder, andere Gefahren!

 

Den eigenen Hund sollte man unbedingt vor der in Südeuropa vorkommenden Sandmücke, die Leishmaniose übertragen kann, schützen. Hierzu eignet sich z.B. ein Scalibor-Halsband oder aber Tropfen wie Advantix oder Vectra 3D. Egal, welches Mittel man wählt, es muss bereits einige Zeit vor Urlaubsantritt aufgetragen werden, damit es zum Zeitpunkt des Aufenthaltes im jeweiligen Urlaubsland seine Wirkung voll entfaltet hat.

 

Des Weiteren drohen in den südlichen Ländern Europas oftmals ausgelegte Giftköder, die oft gegen Füchse und Schakale, oft aber auch gezielt gegen Katzen und Hunde ausgelegt werden. Hierüber möchten wir gerne ganz genau informieren und haben dem Thema daher eine ganz eigene Seite gewidmet, die Sie hier finden: GIFT!

 

Streunertiere

 

Wenn Sie angesichts der im Urlaubsland Ihrer Wahl auf der Straße lebenden Tiere nicht einfach wegschauen, sondern helfen möchten, dann gibt es zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

Im Urlaub der Streunerpopulation helfen, Schwierigkeitsstufe NULL:


Ein Gefäß mit Trinkwasser aufstellen!


In den heißen, trockenen Monaten stellt die Wasserversorgung für die streunenden Tiere oft ein größeres Problem als die Nahrungsbeschaffung dar. 
Für Sie aber ist es ganz einfach; auf dem Zeltplatz, im Privathaus oder im Hotel: stellen Sie einen Napf mit frischem Wasser raus, damit die Tiere ihren Durst löschen können!

Und animieren Sie andere Urlauber, dasselbe zu tun!

Im Urlaub der Streunerpopulation helfen, Schwierigkeitsstufe EINS:


Streunertiere füttern!

 

Ab jetzt erhöht sich der Schwierigkeitsgrad in Relation zum Aufstellen und Befüllen eines Trinkwasserbehälters für Streunertiere. Dass die Tiere trinken müssen, ist natürlich ein no-brainer.

Bei der Gabe von Futter muss aber schon etwas mehr nachgedacht werden. Gibt man Trocken- oder Nassfutter? Nassfutter verdirbt schnell und zieht sehr schnell die Fliegen an, weshalb es nur direkt an das Tier gefüttert und nicht einfach irgendwo deponiert werden sollte. Dafür spendet es gleichzeitig Feuchtigkeit, was in den Sommermonaten eindeutig ein Vorteil ist. Trockenfutter kann auch eine Weile liegenbleiben, erfordert aber zwingend, dass auch Wasser zur Verfügung gestellt wird!

Woran man auch denken sollte: Tiere, die gefüttert werden, zeugen mehr Junge. Aber: wenn uns der eine süße Hund oder die eine süße Katze im Urlaub flehentlich anschaut, die Rippen mit bloßem Auge zu zählen sind, wie will man da sagen: ich füttere dich nicht, weil du sonst mehr Junge bekommst?! Doch sollte man auch darüber nachdenken, was man zurücklässt, wenn man wieder nach Hause fährt und von dort aus das Elend nicht mehr sieht.

Ja, schwierig, nä?

Mehr dazu in einer der nächsten Schwierigkeitsstufen.

Im Urlaub der Streunerpopulation helfen, Schwierigkeitsstufe ZWEI:


Antiparasitika verabreichen!

 

Für diese Art Hilfe für Streunertiere braucht es schon etwas mehr Planung. Nicht überall sind Antiparasitika erhältlich und man sollte gegebenenfalls schon welche von Zuhause mitnehmen. Andererseits kann es gut sein, dass die Mittel zuhause viel teurer als im Urlaubsland sind. Man muss sich außerdem entscheiden: nehme ich Mittel für Hunde oder für Katzen mit, oder für beides? Für welche Gewichtsklasse packe ich Mittel ein? Welche Arten von Parasiten kommen im Urlaubsland vor und welche Mittel sind sinnvoll?
Zumindest für unsere Ecke (Süd-West-Griechenland) können wir informieren: Katzen benötigen Wurm-und Flohmittel, während Hunde Mittel gegen Endoparasiten (Würmer) und Mittel gegen Ektoparasiten wie Flöhe, Milben, Zecken, Sandmücken (Überträger der Leishmaniose) benötigen. Tip: das Scalibor-Halsband passt in der kleineren Größe den meisten Hunden, wirkt gegen Flöhe, Zecken, Sandmücken, und hält auch noch mehrere Monate lang. 
Zu beachten ist allerdings: man muss sich mit anderen anwesenden Urlaubern und gegebenenfalls mit örtlichen Tierschutzgruppen absprechen, damit Tiere nicht mehrfach behandelt werden! 
Sollte Zweifel bestehen, ob ein Tier vielleicht schon behandelt worden ist, dann sollte nur bei akut sichtbarem Parasitenbefall behandelt werden; die Tiere sollen nicht unnötig mit Chemie beballert werden, denn das kann für das Tier gefährlich werden!
Beim Scaliborhalsband für Hunde sollte zusätzlich noch darauf geachtet werden, ob nicht eine allergische Reaktion hervorgerufen wird, in welchem Falle das Band wieder abgenommen werden muss.

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Im Urlaub der Streunerpopulation helfen, Schwierigkeitsstufe DREI:

 

Missstände kundtun!

 

Wenn Sie also an Ihrem Urlaubsort Missstände sehen, dann teilen Sie den Geschäftsleuten vor Ort Ihren Unmut mit!
Und ziehen Sie Betriebe, die den Streunern gegenüber eine bessere Politik haben, anderen Betrieben vor. Zum Beispiel gibt es durchaus Hotels, die Kastrationsaktionen unterstützen. Und Restaurants, die nicht im Winter die Katzen vergiften (achtet mal auf das Alter der anwesenden Katzen) oder die bettelnden Tiere rabiat aus ihrem Laden vertreiben. Oder Geschäfte, die Futter und Wasser für die Streuner rausstellen. 
Tierliebe Betriebe belohnen, tierfeindliche Betriebe durch Abwesenheit strafen, und – wenn möglich - sagen, warum man nicht kommt!

Eine Möglichkeit, sowohl die Aufmerksamkeit der betroffenen Geschäftsleute als auch potentieller Kunden zu erhalten, ist eine Bewertung auf einschlägigen Portalen, z.B. Tripadvisor. Kritisieren Sie aber nicht nur die "schwarzen Schafe", sondern loben Sie auch die "weißen Schafe"!

Das Foto zeigt übrigens die Katzen eines Campingplatzes in Finikounda. Die Tiere sind kastriert und werden gegen Parasiten behandelt. Futter und Wasser stehen täglich frisch bereit – auch in der stillen Wintersaison! 

Im Urlaub der Streunerpopulation helfen, Schwierigkeitsstufe VIER:

 

Für Kastrationen sorgen

 

An dieser Stelle kommen wir nochmal kurz zurück auf die Schwierigkeitsstufe EINS (Füttern). 
Je besser Streunertiere genährt sind, desto mehr Junge werden sie zeugen, was das Problem der Streunerpopulation langfristig verschlimmert (auch wenn das Füttern für das Tier, das gerade hungrig vor Ihnen steht, das Überleben bedeuten kann). Deshalb ist es wichtig, weibliche Streunertiere zu sterilisieren oder zu kastrieren. 
Hierfür ist nun etwas mehr Einsatz nötig. 
Natürlich kann man nicht einfach jedes freilaufende Tier schnappen und zum Tierarzt schaffen! Eventuell ist das Tier bereits kastriert worden, entweder vom Halter (der sein Tier frei laufen lässt) oder von einer örtlich aktiven Tierschutzgruppe. Im Optimalfall sind die Tiere nach der Kastration gekennzeichnet worden, aber man kann nicht davon ausgehen, dass das immer der Fall ist. Daher setzt man sich am besten mit der Tierschutzgruppe der Gegend in Verbindung und holt dort Erkundungen ein. 
Nur für uns, die Tierhilfe Finikounda, können wir sagen: herrenlose Hunde, für deren Kastration wir gesorgt haben, tragen ein spezielles Plakettenhalsband (sofern dies nicht verloren oder von Fremden abgenommen worden ist). Katzen bekommen eine spezielle Markierung an der Ohrmuschel (das kann z.B. eine kleine Kerbe sein oder eine sehr knapp gekappte Ohrspitze). Natürlich soll unbedingt vermieden werden, dass ein Tier ein zweites Mal auf dem OP-Tisch landet!
In Finikounda sind wir froh, wenn wir im Sommer, also in der Tourismussaison, in der wir voll beschäftigt sind, Unterstützung von Urlaubern erhalten. So geschehen gleich zwei Mal diesen vergangenen August: Hündinnen Marcie und Peristèra wurden beide von Urlaubern zum über eine Stunde entfernt gelegenen Tierarzt zum Kastrieren gefahren. Mit der Fahrt alleine ist es jedoch nicht getan: das Tier muss schon vor der OP eingefangen (und natürlich betreut) werden, damit es zum Tierarzttermin auch anwesend ist! Und auch nach dem Eingriff ist (je nach Wundvernähungsmethode) noch eine mehr oder wenige lange Betreuungsphase nötig. Dafür muss man als Urlauber schon ein wenig Zeit opfern, daher Schwierigkeitsstufe vier für diese Art der Hilfe für Streunerpopulationen.

Im Urlaub der Streunerpopulation helfen, Schwierigkeitsstufe FÜNF:

 

Anzeige erstatten…

 

So, hier wird es jetzt ziemlich schwierig! Mit einer Anzeige macht man sich richtig unbeliebt, und die Polizei ist leider nicht immer hilfsbereit, obwohl es entsprechende Direktiven der Obersten Polizeibehörde diesbezüglich gibt. Dazu kommt oft noch die Sprachbarriere.

Auch hier bei uns in Griechenland gilt das Europäische Tierschutzgesetz (weiter unten die Links zum Download des griechischen Gesetzes 4039/2012 und des ergänzenden Gesetzes 4235/2017). Leider ist das bisher nur zu den Tierschützern, nicht aber den Leuten, die das Recht der Tiere mit Füßen treten, durchgedrungen.

Wenn Sie im Urlaub eine Situation sehen, die so schlimm ist, dass absolut Abhilfe geschaffen werden muss, die Person, die gegen das Tierschutzgesetz verstößt, aber auch nach vorgebrachten Einwänden kein Einsehen hat, dann…ja, dann ist es als letzter Ausweg vielleicht doch Zeit für eine Anzeige.

Am besten geht man gut vorbereitet zur Polizei, nimmt einen Dolmetscher und den ausgedruckten Gesetzestext mit. Datierte Fotos, die den Missstand gut zeigen, werden Ihre Anzeige unterstützen können.

Gesetz 4039 von 2012
Dieses Gesetz wurde im Jahre 2014 in einigen Punkten nochmal angepasst (folgender Downloadlink)
N4039_2012.pdf
PDF-Dokument [6.0 MB]
Gesetz 4253 von 2014 (Abänderungen des Gesetzes von 2012)
N4235_2014.pdf
PDF-Dokument [11.6 MB]